Fünf Personen vor dem neuen Lesepult, Abendsmahlstisch, Taufbecken und dem Kerzenständer aus gebürstetem Messing mit Birkenholzoberteilen

Einblick – Durchblick – Ausblick

Einblick

Neulich erhielt ich Einblick in die Arbeit der Jury, die die neuen „Möbel“ für den Altarraum der Reformationskirche bewertete. Ein Wettbewerb für Künstler und Kunsthandwerker war ausgeschrieben worden, um Altar, Kanzel und Taufbecken der Reformationskirche zu modernisieren.

Eine Jury aus Architektinnen, Künstlerinnen und Gemeindegliedern bewertete im November fünf eingereichte Entwürfe. Ich selbst führte das Protokoll dieser Sitzung und konnte so zusehen, wie diese Menschen ihre Entscheidung fanden.

Durchblick

Ich selbst hatte mir schon beim ersten Eindruck ein Urteil gebildet, welcher Entwurf mir am besten gefiel. Beim Protokollieren fiel mir auf, dass die Jurymitglieder gar nicht darüber sprachen, was ihnen gefiel.

Im Gegenteil, sie schauten immer wieder von den Entwurfs-Modellen durch das Kirchenschiff in den Altarraum. Sie nahmen Maß. Sie stellten sich vor, wie das Modell in der wirklichen Kirche wirken würde. Sie nahmen auch die Farben der Möblierung mit in den Blick. Sie berücksichtigten den Lichteinfall durch die Altarraumfenster und die Beleuchtung.

Dieser Durchblick führte zu einer Bewertung der Entwürfe, die ganz anders war, als ich mir vorgestellt hatte.

Ausblick

Der Entwurf, auf den sich die Jury für den 1. Preis einigte, besteht nur aus Messingbeinen und Holzplatten. Er gibt dem Altarraum eine große Weite. Der Blick der Gemeinde geht durch die Möbel hindurch.

Eine Blitzumfrage unter Schülern und jungen Menschen ergab, dass sie sich so ihre Kirche vorstellen: sie soll Weite vermitteln, den Blick nicht verstellen, flexibel sein.

Cornelia Soldat

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Foto: Der Öffentlichkeitsausschuss besichtigt die neuen Prinzipalstücke in der Reformationskirche. Bild: Henning Rothkegel