Drei Empfängerinnen des Hildener Ehrenamtspasses

Hildener Ehrenamtspass für Mitarbeitende der Evangelischen Kirchengemeinde

Sabine Herring, Heinz Stobe, Christel Hoppe und Meropi Kretzschmar sind mit dem Ehrenamtspass der Stadt Hilden ausgezeichnet worden. Alle vier arbeiten seit Jahrzehnten ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen der Evangelischen Kirchengemeinde. Pfarrer Ole Hergarten hat mit den drei Damen gesprochen.

Sabine Herring, Christel Hoppe und Meropi Kretzschmar erzählen mir selbstbewusst, fröhlich und voller Lebensfreude von ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten. Sie haben oft mit tiefen menschlichen Krisen zu tun, kümmern sich um kranke und einsame Menschen, sprechen mit Trauernden und begleiten Menschen in den Tod.

Alle drei dürfen sich über eine städtische Auszeichnung freuen. “Wir haben jetzt einen Tag vor Weihnachten den Ehrenamtspass der Stadt Hilden bekommen. Das war ein schönes Geschenk.”

Der Ehrenamtspass versteht sich als kleines Dankeschön der Stadt und berechtigt dazu, einige Vergünstigungen u. a. beim Besuch städtischer oder regionaler Einrichtungen in Anspruch zu nehmen. Zudem wird den Passinhabern jährlich ein Bonusheft zugeschickt, welches einige attraktive Gutscheine enthält, die im Alltag eine Freude machen sollen.

Die drei betonen ausdrücklich, dass sie diese Auszeichnung stellvertretend für all die anderen mit angenommen haben, die sich ebenfalls ehrenamtlich engagieren – aber eben den Pass nicht bekommen haben.

Christel Hoppe arbeitet seit 38 Jahren im Besuchsdienst im Haus Horst und hat lange in der Hildener Hospizbewegung mitgearbeitet. “Ich bin so vielen Menschen begegnet und mir macht es immer noch große Freude.”

Meropi Kretzschmar und Sabine Herring erzählen mir von ihrer Tätigkeit in der Krankenhausseelsorge. “Wir gehen da immer zusammen hin, besuchen einzeln die Leute und reden hinterher darüber.” Beide sind seit langen Jahren auch im Hospiz in Hochdahl engagiert und unterstützen seit einiger Zeit die Notfallseelsorge.

Alle drei berichten davon, dass die Arbeit nicht immer leicht sei. “Es gibt manche Tränen, aber auch sehr viel Lachen”. Sofort werden skurrile Geschichte und Situationen erzählt. Ich spüre den Damen die Lebendigkeit, die Freude, aber auch den tiefen Ernst an, mit der sie ihre ehrenamtliche Arbeit tun.

Überrascht höre ich, dass es im Hospiz in Hochdahl ein “Wohlfühlteam” gibt. “Wir machen alles, was den Sterbenden gut tut – alles kommt von Herzen, Haare waschen, Hände halten, letzte Wünsche erfüllen.”

Heinz Stobe besucht Menschen im Krankenhaus, aber z.B. auch in der Psychiatrischen Klinik in Langenfeld. Beim Interview hat er leider gefehlt, weil er sich Stärkung in einer meditativen Auszeit geholt hat.

Und woher bekommen die anderen Kraft für ihre Tätigkeiten?

Die erste Antwort bekomme ich von Meropi Kretschmar: “Ich bekomme Kraft aus meinem Glauben. Manchmal, wenn die Patienten dies wünschen, beten wir miteinander. Weihnachten haben wir sogar am Bett einer schwer kranken alten Dame ‘O du fröhliche’ gesungen”. Das klang ganz schief und schrecklich – aber war wunderschön.”

Sabine Herring fügt hinzu: “Der Mensch ist wie eine Wundertüte, immer wieder. Ich liebe das und freue mich an dem Vertrauen, was mir entgegengebracht wird.”

Christel Hoppe ergänzt: “Dazu kommt die Dankbarkeit, die man zurückbekommt. All das gibt mir viel Kraft.”

Ich denke mir: diese Menschen sind wie Engel ohne Flügel. Sie gehen frohen Mutes in die Krankenzimmer und in schwierige Situationen. Sie erleben Hoffnungslosigkeit und Tod. Und genau dort schenken sie Fröhlichkeit, Lebendigkeit und begleiten auch in dunklen und schweren Stunden.

Ich hätte mir noch stundenlang die Geschichten der drei Ehrenamtlichen anhören können. Aber eine der drei schaute auf die Uhr und sagte sehr bestimmt: “Schluss jetzt mit dem Gerede, wir müssen noch ins Krankenhaus und unsere Leute besuchen.”

Mir bleibt nur Respekt vor so viel Engagement und geschenkter Lebensfreude. Der Ehrenamtspass der Stadt kann da nur ein kleines Zeichen sein.

Ole Hergarten

Sie wollen sich engagieren? Der Evangelische Seelsorgedienst vermittelt Plätze und bildet Ehrenamtliche aus.