Jahreslosung 2018

Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Offenbarung 21,6

Geschichte der Losungen

Die Losungen gehen in der evangelischen Kirche auf die böhmische Gemeinde in Herrnhut zurück. Herrnhut ist ein Ort in der sächsischen Oberlausitz. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte Graf Zinzendorf auf seinem Gut dort böhmischen, eigentlich mährischen, Glaubensflüchtlingen Aufnahme gewährt. Zinzendorf wurde schnell Oberhaupt der Gemeinde und entwickelte bis zu seinem Tod 1760 eine vom Pietismus geprägte eigene Theologie.

Am 3. Mai 1728 begann Zinzendorf, der Gemeinde einen kurzen Satz für den nächsten Tag zu geben. Über diesen Satz konnten die Gläubigen den Tag über nachdenken. Wurden die Sätze zunächst noch von Zinzendorf ausgewählt und von einem Gemeindebruder von Haus zu Haus verkündet, begann man bald, die Sätze auszulosen und 1731 zum ersten Mal als Buch herauszugeben.

Die Herrnhuter Losungen werden noch heute jedes Jahr aus einem Glaskelch gezogen. Dabei werden alttestamentliche Sprüche aus 1824 Bibelversen ausgelost. Danach wird dem jeweiligen Text ein neutestamentlicher Lehrtext und ein weiterer Text, der thematisch passt, zugeordnet.

Heute kann man die Losungen für jeden Tag entweder als kleines blaues Heftchen kaufen oder auf der Seite der Herrnhuter Losungen herunterladen und sofort in seinen Kalender implementieren. Viele Christen lesen die Losungen am Morgen und nutzen sie als Start in einen guten Tag.

Die Jahreslosung entstammt zwar der Tradition der Herrnhuter Losungen, wird jedoch nicht von ihnen, sondern vom Institut für Bibellese bestimmt.

Ein Kuriosum: In DDR-Zeiten standen die Losungen unter besonderer Aufsicht der Stasi, da aus unerfindlichen Gründen häufig für hohe Staatsfeiertage ermahnende Losungen gezogen worden waren. Es fand außerdem eine Selbstzensur statt, indem Losungen, in denen “die Gottlosen” ermahnt wurden, von vornherein weggelassen wurden. Die Lehr- und weiteren Texte waren einer Vorzensur unterworfen. Trotzdem wurde immer ein großes Papierkontingent für den Druck von etwa 350.000 Exemplaren zur Verfügung gestellt.

 

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von ©Eva Jung, godnews.de