Büchel 2019

Mitglieder der ev. Kirchengemeinde Hilden beim Aktionstag der Kirchen in der Eifel

Am 7.7.2019 waren wir beim Aktionstag der Kirchen auf der Militärbasis der Bundeswehr „Fliegerhorst Büchel“. Hier in der Eifel sind immer noch ca. 20 US-Atombomben stationiert. In den kommenden Jahren sollen sie für mehrere Milliarden Dollar durch neue, schlagkräftigere B61-12-Atomwaffen ersetzt werden.

Büchel wurde vom Ökumenischen Rat der Kirchen zu einem „Schmerzpunkt“ auf dem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens ausgerufen. Beim Aktionstag am 7.7.2019 waren etwa 700 Menschen der bundesweiten Einladung zum ökumenischen Gottesdienst gefolgt und erlebten ein eindrückliches Programm.

Schwer zu ertragen waren für uns die Worte einer Sprechergruppe über die Folgen des Bombenabwurfs in Hiroshima von 1945. Glocken läuteten zu Schweigeminuten und ermahnten uns, dass es 2 Minuten vor Zwölf für unsere Erde ist. So wurden Bewahrung des Friedens und Klimaschutz zusammen gebracht.

Der Protest von 64 Friedensorganisationen, die der Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ angehören, richtet sich gegen die Beteiligung von deutschen Piloten an alljährlichen NATO-Manövern und den Kauf von neuen Kampfjets, die sich zum Abwurf der modernisierten Bomben eignen. Hier werden Milliarden Euro ausgegeben.

Auf dem Aktionstag wurden die letzten in Deutschland stationierten amerikanischen Atomwaffen wenigstens symbolisch vernichtet und als Luftballons in den Himmel gelassen. Und wir waren dabei! (s. Foto)

Die Begegnung mit Friedensbewegten aus verschiedenen Gemeinden Deutschlands war nicht nur ernst, sondern auch heiter und von Zuversicht geprägt. Wir trafen auf Bekannte, die sich schon seit vielen Jahren mit ganzer Kraft in Wort und Tat für neue Wege zum Frieden in der Welt einsetzen. 

Gestärkt durch ein gemeinsames Mahl – man teilte, was mitgebracht wurde, und kam miteinander ins Gespräch – feierten wir einen ökumenischen Gottesdienst.  

Die Predigt hielt die ehemalige EKD-Vorsitzende Pfarrerin Margot Käßmann zum Lobgesang des Zacharias über die Geburt seines Sohnes, Johannes des Täufers, (Luk 1, 76 ff.). Sie stärkte unsere Hoffnung, dass Gott uns durch die Dunkelheit auf den Weg des Friedens führt. Und die Hoffnung, dass von Deutschland nochmal eine friedliche Revolution ausgehen möge wie die von 1989, die mit Kerzen und Gebeten begann.

Wir wollen uns auf den Weg zum gerechten Frieden machen, der statt Investitionen in Verteidigung und Aufrüstung unsere Bereitschaft zu Gewaltverzicht und Einsatz für globale Gerechtigkeit fordert – damit die Vernichtung der Atomwaffen nicht symbolisch bleibt.

Cornelia Geißler und Inge Niewerth, Mitglieder des Arbeitskreises Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung