Jeans mit Stickerei in Herzform

Was anziehen?

Was ziehe ich heute bloß wieder an? Dasselbe Hemd wie gestern? Dieselbe Hose, denselben Rock? Oder doch mal was ganz Anderes? Ganz verrückt darf es natürlich auch nicht sein. Schließlich sind da ein paar wichtige Termine, die ich heute noch wahrnehmen muss.

Ich weiß nicht, wie viel Zeit Sie auf die Überlegung verwenden, was Sie täglich anziehen. Bei Frauen dauert das ja angeblich deutlich länger als bei Männern. Legen Sie sich schon am Vorabend die Kleider zurecht? Oder greifen Sie erst am frühen Morgen schlaftrunken in den Kleiderschrank?

Wie auch immer: Kleider machen Leute, sagt das Sprichwort. Und irgendwie ist die Kleidung natürlich auch unsere zweite Haut. Daher sicher auch die Lust, hin und wieder mal aus der Haut zu fahren. Sprich: aus der normalen Kleidung. Sich zu verkleiden. Vielleicht auch nicht immer die alte abgetragene Rolle? In der Bibel wird uns das Angebot gemacht, es doch mal mit einer ganz neuen Kleiderordnung zu probieren. Und die Kleidungsstücke anzuprobieren, die Christus in diese Welt mitgebracht hat. Als da sind: Barmherzigkeit, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld. So werden diese geistlichen Textilien im Neuen Testament in einem Brief an eine junge Gemeinde in Kolossä aufgezählt. Paulus schreibt dort: Zieht sie an.

Solche Kleidungsstücke gibt es natürlich in keiner Boutique zu kaufen. Aber sie wären eine absolute Bereicherung meiner Garderobe. Sie sind im Grunde viel mehr als Kleidungsstücke. Sie sind Verhaltensweisen, die nicht nur meine Identität verändern und mir neue Erfahrungen ermöglichen. Sondern die auch Einfluss darauf haben, wie mir andere Menschen begegnen. Barmherzigkeit, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.

Probieren Sie’s mal aus! Oder besser gesagt: probieren Sie’s mal an!

Pfarrer Joachim Rönsch