Panther

Der Panther

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf – dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke

Sind wir nicht auch manchmal der Panther?
Gefangen in unserem täglichem Trott aus Arbeit, Sorgen, Verpflichtungen, und in uns dann doch der Wille etwas zu ändern, nur fehlt uns der Mut. Und dann gibt es diese kleinen Augenblicke, ein Gefühl, ein Bild das in uns eindringt. Ein Lächeln, ein Segen, der bis ins Herz geht. Und uns berührt.

Bleiben Sie behütet,
Christoph Simons